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Grosses Versprechen
Zu heiraten und somit einem anderen das Versprechen zu geben, immer zu
ihm zu halten und ihm treu zu sein, komme, was da wolle und auch Verantwortung
für ihn mitzutragen, unterscheidet sich doch sehr von all den Entscheidungen,
die Sie sonst im Leben treffen.
Niemandem sonst versprechen Sie, dass Sie immer bei ihm bleiben, nicht
Ihrem Chef, nicht Ihrem Autohändler, nicht Ihrem Friseur und auch
nicht Ihrem Vermieter. Die Arbeitsstelle wechseln Sie, wenn Sie mit dem
Chef oder den Kollegen nicht mehr klarkommen oder Sie etwas Besseres in
Aussicht haben. Sie können in eine andere Stadt oder Wohnung ziehen,
wenn Ihnen nicht mehr gefällt, wo Sie sind. Sie kaufen ein anderes
Auto, wenn der Lack zu rosten anfängt oder Ihnen das neue Modell
besser zusagt. Sie kündigen Verträge, wenn Sie nicht mehr zufrieden
sind.
Es muss also schon etwas Besonderes sein, was Sie da vorhaben. Sie bekommen
keine Garantie und haben kein Rückgaberecht. Es ist noch nicht einmal
zeitlich befristet. Auch sind die Zeiten vorbei, wo es um Versorgung,
die "gute Partie" oder um die Notwendigkeit, mit einem Stammhalter
den Familiennamen zu erhalten, ging. Die Eltern haben es auch nicht für
Sie arrangiert. Es geht auch nicht nur um Sex, dafür bräuchten
sie heutzutage nicht mehr zu heiraten.
Wenn Sie auch nicht nur den Steuervorteil im Auge haben, kann es nur
so sein, dass Sie diesen anderen Menschen so sehr mögen, dass Sie
dauerhaft mit ihm verbunden sein möchten. Die allermeisten Menschen
glauben übrigens noch immer, trotz der vielen Scheidungen, an die
wahre Liebe, an den Zauber der menschlichen Zuneigung, der durch nichts
ernsthaft zu erschüttern ist.
Zum Ausfüllen:
So heiraten wir
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