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Brautjungfern und Brautführer
Sie begleiten das Brautpaar in die Kirche. Die Brautjungfern, früher unverheiratete Mädchen, trugen ein ähnliches Kleid wie die Braut, um die Geister zu verwirren, wer nun die Braut ist. Die Geister wollten das junge Glück nicht einfach zulassen.

Über die Schwelle tragen
Die Braut durfte die Türschwelle nicht betreten, weil sie nicht mit den noch fremden Geistern des neuen Heimes in Berührung kommen sollte, die unter der Türschwelle lebten. Deshalb muß der Bräutigam sie auch heute noch darüber tragen.

Die Kerze
Sie gehört seit dem Mittelalter zu jeder Trauung. Die Kerzen sollen die Gebete um Glück und Segen zum Himmel tragen. Gleichzeitig vertrieb ihr Licht die bösen Geister.

Brautraub
Dies ist eine alte Sitte, die vielerorts auch noch in Anwendung ist. Freunde rauben die Braut und der Bräutigam muss sie finden und dann freikaufen. Eigentlich sollte die Braut aus dem Bann des Elternhauses befreit werden, um ihr damit den Übergang in die Familie ihres Mannes erleichtern. Heute: Ein Freund entführt die Braut in ein anderes Lokal, von Hochzeitsgästen begleitet. Der Bräutigam muss die Braut auslösen, wenn er sie gefunden hat. Er muss eine Aufgabe erfüllen, vielleicht ein Lied singen oder einen Witz erzählen. Oder die Braut darf Forderungen an ihn stellen, wie etwa "Du mußt die nächsten zwei Monate das Geschirr spülen." Bedenken Sie, dass Sie die Gäste unter Umständen stundenlang sich selbst überlassen.

Fußtreten
Eine alte Sitte, dass der Bräutigam sich sein Regiment in der Ehe sichern wollte, indem er der Braut sofort nach der Trauung auf den Fuß tritt, wird heute so gebraucht, dass derjenige, der zuerst tritt, das Sagen haben soll.

Reiswerfen
Diese Sitte stammt aus Asien. Die Gäste bewarfen das Brautpaar beim Austritt aus der Kirche mit Reis und wünschten ihnen damit Fruchtbarkeit. Aber auch Blumen, Getreidekörner und Nüsse, als heimische Wachstumssymbole, wurden über das Paar geworfen. Heute wird wegen der Verunreinigung und auch der Tatsache, dass Nahrungsmittel weggeworfen werden, dieser Brauch nicht mehr überall auf Zustimmung stoßen. Sie können auch einfach Konfetti werfen.

Blumenkinder
Wenn das Brautpaar Blumenkinder bestellt hatte, dann war das ein Zeichen für den Wunsch nach vielen Kindern. Die Blumen sollten auch den möglicherweise steinigen Weg in der Ehe ebnen und durch ihre Schönheit dem Glück und der Versöhnung den Weg bereiten. Der Duft der Blumen sollte die Fruchbarkeitsgöttinnen anlocken.

Blechdosen am Auto
Die Blechdosen, die hinten ans Auto gebunden werden, sollen mit ihrem Lärm die bösen Geister vertreiben, die das Paar begleiten könnten. Das Hupkonzert des Autokonvois dient demselben Zweck.

Brot und Salz
Brot und Salz, früher wichtige und kostbare Nahrungsmittel, sollten symbolisch ausdrücken, dass man dem Paar beim Einzug in die neue Wohnung wünschte, dass immer Wohlstand herrschen solle.

Wegsperre
Ein in vielen europäischen Ländern üblicher Brauch, bei dem sich der Bräutigam den Weg zum Fest erst freikaufen muss. Freunde und Kinder versperren mit Bändern, Schnüren oder Ketten den Weg. Der Bräutigam muß erst "bezahlen", mit Geld oder Bonbons oder auch Getränken, um durchgelassen zu werden. Mitunter muß er auch ein Rätsel lösen. Damit sollder Bräutigam unter Beweis stellen, dass er es versteht, Schwierigkeiten anzupacken und die Hürden des Lebens zu nehmen und somit reif ist für die Ehe. Außerdem gehörte die Wegsperre zu den Übergangsriten, also Zeremonien, die den Übergang von einem Lebensabschnitt in einen neuen erleichtern sollten.

Something old, something new, something borrowed, something blue.
Das ist ein alter englischer Brauch, der besagt, dass bei einer Hochzeit folgendes nicht fehlen darf: etwas Altes, etwas Neues, etwas Geborgtes und etwas Blaues. Das Alte symbolisiert den vorehelichen Zustand, das Neue das Eheleben. Das Geliehene soll Glück bringen und ist ein Zeichen der Freundschaft, und das Blaue soll für eine lange Dauer der Ehe sorgen und gilt als Symbol für die Treue. Oft kommen diese Dinge von den Freunden beziehungsweise den Eltern oder Großeltern. Etwas Altes könnte eine alte Brosche, die Hochzeitshandschuhe der Mutter oder ihr Brautschleier sein, etwas Neues ein paar neue Ohrstecker oder auch die Brautschuhe, etwas Geborgtes könnte eine geliehene Halskette oder ein Tuch sein, und das Blaue ist oft ein blaues Strumpfband.

Pfennige (Cents) sammeln
Damit sollte die Braut ihre Sparsamkeit und somit ihre Fähigkeit, mit Geld umzugehen, beweisen. Konnte sie davon zur Hochzeit wertvolle Schuhe kaufen, traute man ihr auch zu, als Ehefrau für den Erhalt des Wohlstands zu sorgen.

Holzsägen
Das Brautpaar muss hierbei einen kräftigen Baumstamm, der den Weg versperrt, mit vereinten Kräften in der Mitte durchsägen. Sie sollen damit ihre Liebe beweisen. Außerdem soll es ihnen zeigen, dass man mit Mut und Liebe vieles überwinden kann. Der richtige Zeitpunkt für diesen Brauch ist nach dem Standesamt oder nach der Kirche.

Hochzeitsspalier
Auch so ein Brauch, der vom Paar verlangt, zu zeigen, dass es in der Lage ist, Hindernisse in der Ehe zu überwinden und natürlich auch darauf hinweist, dass es diese in der Ehe durchaus geben könnte, ist das Spalier, das meist von Freunden gebildet wird. Mit Besen oder Stöcken werden die frischgebackenen Eheleute auf ihrem Weg ins Glück gehindert. Das ist natürlich sehr spielerisch gedacht.

Schleier abtanzen
Der Schleiertanz fand um Punkt Mitternacht statt, wenn die Braut in den Frauenstand überging. Ihr wurde der Schleier geraubt und in viele Stücke gerissen, die die Freundinnen und Brautjungfern bekamen, um etwas von ihrem Glück zu abzukriegen. Die Braut bekam danach die Fraubenhaube aufgesetzt. Wenn Sie diesen Brauch einbauen möchten, Ihren Schleier aber nicht zerrissen haben möchten, besorgen Sie sich am besten einen zweiten für diesen Zweck. Es gibt 2 Variationen: Die Braut tanzt mit geschlossenen Augen, während die unverheirateten Frauen versuchen, ihr ein Stück des Schleiers zu entreißen. Diejenige, der das gelingt, wird als nächste vor den Traualtar treten. Hierbei bilden die Männer einen Kreis um die Braut, um sie zu schützen und die Frauen davon abzuhalten, in den Kreis einzudringen. Wird jedoch der Kreis durchbrochen, soll das ein Symbol für den Abschied der Jungfräulichkeit sein. Oder aber die Braut vollführt mit geschlossenen Augen den Schleiertanz zusammen mit allen unverheirateten Frauen. Wem die Braut den Schleier aufsetzt, wird als nächstes heiraten.

Die Farbe Rot
Früher glaubte man, das die Farbe Rot Hexen und böse Geister abwehren würde.

Brautstrauß werfen
Nach dem Brautwalzer versammelt die Braut die unverheirateten Frauen um sich und wirft mit geschlossenen Augen den Brautstrauß hinter sich in die Menge. Diejenige, die den Strauß fängt, soll die nächste Braut sein.

Baum pflanzen
Als Symbol für den gemeinsamen Anfang wird am Tag der Trauung in eigenen Garten oder auf einer Grünfläche der Gemeinde (Erlaubnis erfragen) ein Bäumchen gepflanzt. Wenn Sie auf einer öffentlichen Fläche pflanzen möchten, dann sind Sie in der Wahl des Baumes wahrscheinlich festgelegt. Wenn Sie im eigenen Garten oder auch dem der Eltern einen Baum pflanzen, wählen Sie einfach eine Baumart, zu der Sie eine Beziehung haben.

Rosmarinzweig
Der im Mittelmeerraum heimische Rosmarin ist eine alte Hochzeitspflanze. Er ist ein Symbol für die Liebe. Man konnte mit einer guten Ehe rechnen, wenn der zur Hochzeit gepflanzte Rosmarinstock gut gedieh, mit einer schlechten, wenn er einging. Oft wurde auch das bei der Hochzeit getragene Rosmarinzweiglein anschließend eingepflanzt. Schlug es Wurzeln und blühte es, stand die Ehe unter einem glücklichen Zeichen.

Regen am Hochzeitstag
Seien Sie nicht allzu traurig, wenn es an Ihrem Hochzeitstag regnet, denn er verspricht Ihnen viele glückliche Jahre. Diese Bedeutung entstammt der Tatsache, dass Regen eine reiche Ernte bringt – und Ihnen auch – in Form von vielen Kindern.

Ein Herz aus Bettlaken
Auf einem großen Bettlaken wird ein Herz aufgemalt, in das die Namen des Paares und das Hochzeitsdatum geschrieben werden. Die Brautleute müssen ihre Geschicklichkeit beweisen, indem sie mit zwei ganz kleinen Scheren das Herz gemeinsam ausschneiden. Dann steigen sie zusammen durch dieses geschnittene Loch. Oder es wird verlangt, dass der Bräutigam die Braut durch das Herz trägt.

Kranz am Hauseingang
Ein Bogen aus Blumen wird von den Freunden und Verwandten für das Brautpaar gebunden und am Eingang zu ihrem Haus angebracht.

Der Brautbecher
Im 17. Jahrhundert war der Brautbecher das Geschenk zur Hochzeit. Oft wurde diese aufwendige Silberschmiedearbeit von einem zum anderen vererbt. Er galt als Symbol für eine im Glück ewige Verbundenheit. Durch die kunstvolle Herstellung ist es möglich, dass beide Partner gleichzeitig daraus trinken können. An dem großen Kelch ist anstelle eines Fußes eine Halterung, in die ein kleiner Becher eingehängt wird. Beide Becher werden vorsichtig gefüllt. Der Mann hält den größeren, die Frau den kleineren. Dann müssen beide die Kelche sehr behutsam an den Mund setzen. Auch eine gemeinsame Handlung, die Fingerspitzengefühl und ein Eingehen auf den anderen verlangt.

Das Strumpfband
Was für die unverheirateten Damen der Brautstrauß, ist für die unverheirateten Männer das Strumpfband, das der Bräutigam in die Menge der Junggesellen wirft. Auch hier soll der Fänger der nächste Bräutigam sein.

 


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