Nach der Hochzeit

Nach der Hochzeit

SAußer den Rechnungen, die wahrscheinlich inzwischen eingetroffen sind, gibt es noch ein paar „amtliche“ Dinge, die erledigt werden müssen. Lassen Sie sich ein paar beglaubigte Kopien der Heiratsurkunden bei der Gemeinde machen. Sie werden Sie hier und da vorlegen müssen.

Checkliste Namensänderung

  • Klingelschild/Briefkasten
  • Reisepass
  • Personalausweis
  • Führerschein (bisher nicht vorgeschrieben)
  • Banken (Girokonten / Sparbücher / Kreditkarten / Kredite)
  • Sonstige Ausweise

Über Ihre Heirat müssen Sie informieren:

  • Arbeitgeber und Kollegen
  • Finanzamt
  • Ärzte (reicht beim nächsten Termin)
  • Vermieter/Mieter
  • Krankenkasse
  • Versicherungen
  • Versandhäuser

Die Danksagungskarten

Wahrscheinlich sind während Ihrer Hochzeitsreise die Fotos vom Fotografen bei Ihnen angekommen, die Sie für die Danksagungskarten vervielfältigen lassen können. Es bietet sich auch an, die schönsten Bilder von jedem Gast entwickeln zu lassen und den Dankeskarten beizulegen.

Nehmen Sie für die Karten Ihre Liste zu Hilfe, auf der sie notiert haben, wer was geschenkt hat, dann geht es ganz schnell. Bedanken Sie sich bei jedem, auch für Glückwünsche und Blumen. Ein paar persönliche Worte bei dem einen oder anderen werden sicher geschätzt.

Besuch:
Vielleicht möchten Sie auch ganz nach alter Sitte da und dort einen Dankesbesuch machen. Rufen Sie doch einfach die Familien und Freunde an und vereinbaren Sie einen Termin für ein kurzes Treffen. Natürlich können Sie sich auch in einem Café treffen und dort die Dankeskarte persönlich überreichen.

Anzeige:
Wenn Sie viele Glückwünsche von allen möglichen Leuten bekommen haben, denen Sie nicht allen eine Karte schicken können, dann können Sie auch eine Anzeige in der Tageszeitung aufgeben mit einem Dankeschön an alle, die an Sie gedacht haben.

Änderungen nach der Hochzeit

Durch Ihre Heirat ändern sich auch ein paar Dinge, die durch Gesetze geregelt sind. Und es gibt ein paar Dinge, die Sie so entscheiden oder regeln können, wie es für Ihre persönliche Situation am besten ist. Deshalb ist es sicher nicht schlecht, die notwendigen Informationen zu haben.

Lohnsteuer

Für nichtselbständige Tätigkeit gibt es sechs Steuerklassen. Verheiratete Lohnempfänger fallen normalerweise in die Steuerklassen III bis V. Sind beide berufstätig, können Sie wählen: Der besser verdienende Ehegatte wählt Steuerklasse III, der schlechter verdienende wählt die Steuerklasse V. Wenn beide ungefähr gleich viel verdienen, können beide Steuerklasse IV wählen.

Wenn Sie prüfen möchten, welche Steuerklasse für Sie am vorteilhaftesten ist, dann schauen Sie in den Lohnsteuertabellen nach, bei welcher Steuerklassenkombination am wenigsten Lohnsteuer abgezogen wird. Wenn der Ehegatte keinen Lohn bezieht, gilt die Steuerklasse III. Teilen Sie der Personalabteilung mit, falls sich die Steuerklasse ändert.

Schenkungssteuer

Da die Schenkungssteuer unter anderem vom Grad des Verwandtschaftsverhältnisses abhängt, ergeben sich auch hier Änderungen durch die Heirat.

Je enger das Verwandtschaftsverhältnis, desto höher sind die Freigrenzen, innerhalb derer geschenkt werden kann, ohne dass Steuern anfallen.

Den Ehegattenfreibetrag kann jeder Ehegatte ausnutzen, der zum Zeitpunkt der Schenkung schon oder noch mit dem Schenkenden verheiratet ist.

Persönliche Schenkungsfreibeträge können alle zehn Jahre neu in Anspruch genommen werden.

Steuerliche Auswirkungen

Schön wäre es, aber leider lassen sich die Ausgaben für Ihre Hochzeit nicht von der Steuer absetzen.

Nur die Heiratsbeihilfe, die mittlerweile sehr selten vom Arbeitgeber als Bonus gezahlt wird, muss nicht versteuert werden (aber auch nur, wenn sie einen angemessenen Betrag nicht übersteigt).

Aber die Heirat hat steuerliche Auswirkungen bei der Einkommensteuer, der Lohnsteuer, der Schenkungssteuer und der Erbschaftssteuer.

Durch die günstigere Besteuerung nach der Splittingtabelle und der Wahl der Steuerklasse lassen sich unter Umständen Steuern sparen.

Die hier gegebenen Informationen sind allgemeiner Natur. Was für Ihren Fall das Vorteilhafteste ist, besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater.

Einkommensteuer

Verheiratete können wählen, ob jeder Ehegatte einzeln oder beide Ehegatten zusammen veranlagt werden.

Gemeinsame Veranlagung
Die Einkommen beider Ehegatten werden zuerst getrennt berechnet. Dann werden Sie zusammen gezählt. Deshalb geben sie eine gemeinsame Steuererklärung ab. Das so ermittelte Einkommen wird nun nach der Splittingtabelle versteuert.

In der Regel ist die gemeinsame Veranlagung für Eheleute am günstigsten. Je unterschiedlicher die Einkommen sind, desto mehr wirkt es sich aus.

Getrennte Veranlagung
Jeder Ehegatte gibt eine eigene Steuererklärung ab, in der nur die von ihm selbst erwirtschafteten Einkünfte aufgeführt werden. Die Steuer für jeden Ehegatten wird dann nach dem Grundtarif berechnet, was nur in ganz wenigen Fällen günstiger ist.

Die Steuerminderung gilt bereits für das gesamte Jahr der Eheschließung, auch wenn die Hochzeit erst am Ende des Jahres stattgefunden hat.

Erbrecht

Mit der Heirat entsteht ein Ehegattenerbrecht, was bedeutet, dass die Ehegatten voneinander erben. Wenn nicht anders geregelt, gilt die gesetzliche Erbfolge. Die nächsten Verwandten werden auch am meisten bedacht. Ganz grob gesagt, erben die Kinder und der Ehegatte je zur Hälfte. Falls noch keine Kinder da sind, dann erben die Eltern und der Ehepartner je zur Hälfte.

Zur Erbschaftssteuer lässt sich in diesem Rahmen nur sagen, dass es sich empfiehlt, vorausschauend zu planen und damit unter Umständen erhebliche Steuereinsparungen zu erreichen.

Versicherungen

Haben Sie sich bisher möglicherweise nicht allzu viele Gedanken über Ihre „finanzielle“ Zukunft gemacht, könnte es jetzt im Hinblick auf eine Familie und gemeinsame Pläne durchaus sinnvoll sein.

Überprüfen Sie, ob sich durch die Heirat die eine oder andere Versicherung erledigt hat oder verändert werden sollte (bei manchen Versicherungen wird nach der Hochzeit der Ehepartner automatisch mitversichert). Vielleicht kommt auch die eine oder andere dazu.

Worüber Sie nachdenken sollten:

  • Privathaftpflichtversicherung
  • Hausratsversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Unfallversicherung für Hausfrau/mann
  • Kapitallebensversicherung oder Risikolebensversicherung
  • Rechtschutzversicherung
  • private Rentenversicherung

Finanzplan

Egal, was Sie für die Zukunft geplant haben, es kostet sicher Geld. Machen Sie also einen Sparplan für Ihre Ziele.

Am besten setzen Sie sich einmal zusammen und machen eine detaillierte Aufstellung Ihrer Kosten. Rechnen Sie auch die jährlich oder vierteljährlich zu zahlenden Beträge dazu und verteilen Sie sie auf die Monate. Dann wissen Sie genau, was Sie pro Monat ausgeben.

Sie sehen dann schnell, welcher Betrag Ihnen für Ihre Pläne übrigbleibt. Wie Sie den Betrag verteilen, damit daraus schnell mehr wird, hängt auch davon ab, wie schnell Sie das Kapital brauchen. Bedenken Sie, dass auch kleine Beträge in vielen Jahren eine schöne Summe ergeben können. Es empfiehlt sich, nicht alles auf eine Karte zu setzen. Lassen Sie sich beraten oder machen Sie sich selbst anhand entsprechender Literatur schlau.

Setzen Sie sich am besten Sparziele in Verbindung mit einer bestimmten Sache, die Sie mit dem Geld machen möchten. Unnötige Ausgaben vermeiden sich dadurch fast von selbst. Und anstatt das Geld sowieso weg ist und Sie keine Ahnung haben, wohin es eigentlich gewandert ist, können Sie es in etwas investieren, was Ihnen wichtig ist.

Sehr ratsam: Halten Sie sich eine Notreserve von ungefähr 3-4 Monatsgehältern auf der Seite. So sind Sie für unverhergesehene Veränderungen abgesichert (Arbeitslosigkeit, Unfall oder Krankheit, Schwangerschaft, etc.) und müssen nicht gleich ihr Leben komplett von heute auf morgen umstellen.