Trauung und Feier

Standesamtliche Trauung

Anmeldung zur Eheschließung

Rechtlich gesehen ändern Sie mit der Heirat Ihren Personenstand/Familienstand. So nennt sich das. Und das tun Sie folglich vor einem Standesbeamten.

Dazu muss auf jeden Fall einer der Verlobten volljährig sein und der andere mindestens 16 Jahre alt (und braucht dann die Einwilligung des gesetzlichen Vertreters).

Sie dürfen nicht mit jemand anderem verheiratet oder in gerader Linie mit Ihrem zukünftigen Ehepartner verwandt sein. Zudem müssen Sie geschäftsfähig sein. Geregelt ist das alles durch das Familienrecht.

Seit dem 1.7.98 gibt es das sogenannte Aufgebot nicht mehr, das bis dahin öffentlich aushängen musste und Dritten die Möglichkeit gab, Einwände gegen die Eheschließung vorzubringen. Dieses Verfahren ist durch die Anmeldung der Eheschließung beim Standesamt ersetzt worden. Außerdem muss die standesamtliche Trauung seit 2009 nicht mehr vor der kirchlichen Trauung stattfinden.

Für die Anmeldung ist der Standesbeamte zuständig, in dessen Bezirk einer der Verlobten seinen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Die Trauung selbst kann aber auch in einem anderen Standesamt stattfinden. Es ist heutzutage möglich, dass ein Standesbeamter Sie beispielsweise auf einem Schiff oder einer Burg traut.

Zur Anmeldung sollen die Partner grundsätzlich gemeinsam erscheinen (unter besonderen Umständen ist auch eine Beitrittserklärung des nichtanwesenden Verlobten möglich).

Sie ist frühestens 6 Monate vor der Eheschließung möglich! Wenn Sie zu einem bestimmten oder beliebten Termin (wie. z.B. der 1.4.14) heiraten möchten, sollten Sie sich natürlich rechtzeitig bei dem Standesamt anmelden. Sehr begehrt sind die Monate Mai, Juni und Juli, aber auch der August ist besonders beliebt geworden.

Wenn es notwendig ist, kann man übrigens auch von einem Tag auf den anderen heiraten (z.B. bei einer bevorstehenden Geburt oder bei einer schweren Krankheit).

Dokumente für die Anmeldung

Verlobte, die noch nicht verheiratet waren:

  • Personalausweis oder Reisepass
  • Beglaubigte Abschrift vom Familienbuch der Eltern, wenn die Eltern nach dem 1.1.58 in der BRD geheiratet haben (vom Standesamt des Wohnortes der Eltern) oder eine Abstammungsurkunde, falls die Eltern vor dem 1.1.58 geheiratet haben (beim Standesamt Ihres Geburtsortes). Die Abstammungsurkunde wird auf jeden Fall gebraucht, wenn einer von Ihnen nichtehelich geboren oder adoptiert wurde.
  • Aufenthaltsbescheinigung (vom Einwohnermeldeamt des Hauptwohnsitzes und eventuell des Nebenwohnsitzes) mit Angabe des Familienstandes und der Staatsangehörigkeit
  • bei Heirat mit einem Ausländer braucht der ausländische Partner ein Ehefähigkeitszeugnis (der inneren Behörde seines Heimatstaates)

Zusätzlich für Verlobte, die bereits verheiratet waren:

  • Beglaubigte Abschrift des Familienbuches der letzten Ehe mit dem Vermerk über die Eheauflösung (vom Standesamt des Hauptwohnsitzes, an dem der Ehemann zum Zeitpunkt der Scheidung gemeldet war oder des letzten gemeinsamen Wohnsitzes)
  • Heiratsurkunde der letzten Ehe
  • Scheidungsurteil mit Rechtskraftvermerk
  • Außerdem anzugeben sind die Religionszugehörigkeit und eventuell vorhandene Kinder. Der Standesbeamte wird Sie zudem fragen, welchen Ehenamen Sie führen wollen.

Sonderfälle:

Bei folgenden Sonderfällen sollten Sie direkt bei Ihrem Standesamt nachfragen, welche Dokumente noch benötigt werden:

  • Geburt im Ausland oder ausländischer Staatsbürger
  • Adoptiert
  • 1 Partner ist noch minderjährig
  • Es existiert ein minderjähriges Kind oder ein gemeinsames Kind

Ehename

Mit der Eheschließung soll ein gemeinsamer Nachname, der sogenannte Ehename bestimmt werden, muss aber nicht.

Seit dem 1.4.94 gilt das geschlechtsneutrale Namensrecht als Ergebnis der in den 80er Jahren begonnen Diskussionen um den Familiennamen. Seither kann der Geburtsname bei der Heirat behalten werden. Innerhalb von fünf Jahren können Sie sich auch noch für einen Ehename entscheiden. Dieser ist dann unwiderruflich. Mit der Entscheidung, ob Sie einen Begleitnamen führen möchten, können Sie sich auch noch bis nach der Trauung Zeit lassen. Welchen Namen bzw. welche Namen Sie führen möchten, muss immer gegenüber einem Standesbeamten erklärt werden. Sie können konkret unter den folgenden Möglichkeiten wählen:

Ina Grün, geb. Stein und Fritz Blau wollen heiraten:

Beide Partner können ihren zur Zeit der Eheschließung geführten Namen beibehalten, auch wenn der Name aus erster Ehe stammt.
Also: Ina Grün + Fritz Blau

Neuerdings kann auch der Name aus erster Ehe als Ehename gewählt werden, d. h. der jetzige Partner kann diesen Namen auch annehmen.
Also: Ina + Fritz Grün

Sie können den Geburtsnamen der Frau oder des Mannes als Ehename wählen, auch wenn bisher der Name aus einer früheren Ehe geführt wurde. Jeder kann auch seinen Geburtsnamen führen.
Also:
Ina + Fritz Stein oder
Ina + Fritz Blau oder
Ina Stein + Fritz Blau

Der Ehegatte, dessen Geburtsname nicht Ehename wird, kann seinen Geburtsnamen oder den zur Zeit der Bestimmung des Ehenamens geführten Namen voranstellen oder anfügen. Handelt es sich dabei um einen Doppelnamen, kann er nur einen davon zufügen. Einen Namen aus erster Ehe, den man schon vorher abgelegt hatte, kann man nicht mehr führen. Also: Wenn Blau der Ehename wird, kann Ina heißen:
Ina Blau-Grün oder
Ina Grün-Blau oder
Ina Stein-Blau oder
Ina Blau-Stein.Fritz heißt dann Fritz Blau.
Wenn Stein der Familienname wird, kann Fritz heißen:

Fritz Blau-Stein oder
Fritz Stein-Blau. Ina heißt dann Ina Stein.
Und wie heißen dann die Kinder?

Wenn die Eltern einen Ehenamen führen, wird der Ehename zum Familiennamen ihrer Kinder. Das geht automatisch, ein Bestimmungsrecht der Eltern gibt es nicht.

Wenn jeder der Eltern seinen Namen behalten hat, können die Kinder nur nach dem Vater oder der Mutter heißen. Diese Erklärung der Eltern ist unwiderruflich und gilt auch für alle weiteren Kinder. Ein Doppelnamen ist nicht möglich.
Können sich die Eltern nicht auf einen Nachnamen für Ihr Kind entscheiden, dann entscheidet an ihrer Stelle das Vormundschaftsgericht.

Ablauf der standesamtlichen Trauung

Der Standesbeamte prüft, ob kein Ehehindernis vorliegt.

Sollten Sie vor einem Standesbeamten heiraten wollen, der eigentlich nicht für Sie zuständig ist, so stellt der zuständige Beamte eine Ermächtigung zur Vornahme der Eheschließung aus.

Die standesamtliche Trauung findet meist vormittags statt und dauert normalerweise nicht länger als 20-30 Minuten. Der Standesbeamte hält eine kleine Traurede, die Sie etwas individueller gestalten können, wenn Sie dem Standesbeamten ein paar persönliche Informationen geben. Dann müssen Sie auf die entscheidende Frage nur noch mit „Ja“ antworten und damit sind Sie auch schon verheiratet.

Denn es heißt im Bürgerlichen Gesetzbuch: „Die Ehe wird dadurch geschlossen, dass die Eheschließenden vor dem Standesbeamten erklären, die Ehe miteinander eingehen zu wollen. Die Eheschließenden müssen die Erklärungen persönlich und bei gleichzeitiger Anwesenheit abgeben“.

Weiterhin heißt es: „Die Ehe wird auf Lebenszeit geschlossen. Die Ehegatten sind einander zur ehelichen Lebensgemeinschaft verpflichtet, sie tragen füreinander Verantwortung.“

Der Rest ist reine Formsache. Der Standesbeamte erklärt Sie zu Mann und Frau. Auf Wunsch können Sie auch auf dem Standesamt die Ringe tauschen. In Deutschland kommt der Ehering auf den Ringfinger der rechten Hand. Der Standesbeamte verliest dann das Trauungsprotokoll und lässt Sie dieses mit Ihrem gewählten Namen unterschreiben. (Derjenige, der einen neuen Namen bekommt, könnte vorher schon ein bisschen üben). Anschließend muss der Standesbeamte die Eheschließung im Heiratsbuch eintragen.

Trauzeugen sind nicht mehr erforderlich, außer Sie wünschen es ausdrücklich (wenn ja, müssen diese einen gültigen Ausweis mitbringen).

Falls Sie die standesamtliche Trauung ins Ausland verlegen möchten, so gilt immer das jeweilige Recht des Landes, in dem Sie heiraten wollen. Also rechtzeitig beim jeweiligen Konsulat Informationen einholen oder eine darauf spezialisierte Agentur (viele Reiseveranstalter haben so etwas im Programm) beauftragen.

Musik für die standesamtliche Trauung

Die standesamtlichen Trauung kann meistens – wenn gewünscht – auch mit einer musikalischen Einlage verschönert werden. Vor allem, wenn Sie nicht kirchlich heiraten möchten, bietet es sich an, diese Trauung so romantisch wie möglich zu gestalten.

Ein paar tolle Musik-Ideen fürs Standesamt finden Sie in unserem Artikel „Musik für die Hochzeit“.

Blumendeko für die standesamtliche Trauung

Blumendeko für das Standesamt

© Christian Malsch – Fotolia

Fragen Sie im Standesamt nach, ob der Saal geschmückt sein wird oder ob Sie selbst eine Blumendeko organisieren müssen. Der Blumenschmuck fällt im Standesamt meist kleiner aus (außer Sie werden nur standesamtlich heiraten). Ein kleiner Tischschmuck reicht dabei völlig aus.

Denken Sie aber auch an einen kleinen Brautstrauß, den Sie zur standesamtlichen Trauung mitbringen.

Stammbuch/Familienbuch

Es gibt beim Standesamt ein sogenanntes Familienbuch und ein Stammbuch.

Das Familienbuch ist eine etwa Din A4 große „Karteikarte“, die das Standesamt anlegt und darin alle Daten (Heirat, Geburt der Kinder, etc.) einträgt. Es verbleibt immer im Standesamt.

Das Stammbuch ist ein etwa Din A5 großes Büchlein. Es ist in unterschiedlichen Varianten von günstig bis etwas exklusiver erhältlich. Die Anschaffung eines Stammbuches ist freiwillig. Es wird vom Paar ausgesucht und verbleibt im Besitz des Paares. Darin befinden sich dann z.B. eine beglaubigte Abschrift aus dem Familienbuch, die Urkunde der kirchlichen Trauung und später die Geburtsurkunden der Kinder.
Als kleinen Bonus beinhalten manche Stammbücher einen Auszug aus dem Personenstandsgesetz (Eheverträge etc.) und ein Vornamenverzeichnis zur Orientierung.

Checkliste für die standesamtliche Trauung

  • Wunschtermin festlegen
  • Dokumente besorgen
  • Ehenamen festlegen
  • Anmeldung zur Eheschließung vornehmen
  • Trauzeugen ja/nein?
  • Ablauf besprechen
  • Kleidung für das Standesamt auswählen
  • Blumenschmuck auswählen
  • Trauringe bereitlegen
  • Einladungen für das Standesamt verschicken
  • Sektempfang organisieren
  • Restaurant für die Feier buchen