Vor der Hochzeit

Verlobung

Bedeutung der Verlobung

Zuerst einmal: Das Wort kommt von loben, was im Althochdeutschen bedeutete „für lieb halten, gutheißen, gern haben“.

Und wenn Sie Ihre Zukünftige bzw. Ihren Zukünftigen auch für so „lieb halten“ und noch vieles mehr, dass Sie ihr/ihm gegenüber deshalb den „ernsthaften Willen“ geäußert haben, sie/ihn heiraten zu wollen, dann haben Sie mit diesem Eheversprechen (gesetzlich gesehen) einen Vertrag geschlossen, durch den ein familienrechtliches Gemeinschaftsverhältnis entstanden ist.

Ob Sie nun einen großen Verlobungsempfang geben, Ringe tauschen oder sich still und heimlich bei Kerzenschein einig geworden sind, spielt keine Rolle. Sie sind jetzt verlobt.

Voraussetzung ist lediglich, dass Sie volljährig sind und nicht anderweitig schon oder noch gebunden sind. Minderjährige brauchen die Zustimmung der gesetzlichen Vertreter.

Einbeziehung der Eltern

Dass der Bräutigam mit Blumen in der Hand im Haus der Brauteltern in Anzug und Krawatte seine Aufwartung macht und offiziell beim Vater der Braut um die Hand seiner Tochter anhält, während Braut und Schwiegermutter in der Küche gespannt wie die Flitzebögen auf den Ausgang des Gesprächs warten – darauf werden Sie vermutlich nicht zurückgreifen wollen.

Es wird zwar vom zukünftigen Bräutigam nicht mehr erwartet, dass er sich beim Brautvater den Segen für die bevorstehende Verlobung holt, aber Ihre Eltern werden wahrscheinlich zu den ersten Personen gehören, die Sie über Ihren Entschluss informieren werden. Für Ihre Eltern ist Ihre Hochzeit ja auch, nach Ihnen selbst, am bedeutungsvollsten.

Denn egal, wie lange Sie schon nicht mehr zu Hause wohnen und auch gleichgültig, wie lange Sie schon mit Ihrem Partner zusammenleben, werden sich Ihre Eltern doch noch (zumindest ein wenig) für Sie verantwortlich fühlen. Erst mit dem offiziellen Versprechen eines anderen, ab nun immer für Sie da zu sein, werden die Eltern quasi aus der Verantwortung entlassen, weil nun – wenn auch auf andere Art – der Ehepartner sich um Sie kümmern wird.

Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, kann man die Eltern dann auch verstehen, wenn sie genau wissen wollen, wen die Tochter/der Sohn heiratet, welche gemeinsamen Pläne das Paar hat und ob sie finanziell zurechtkommen werden. Sie möchten sich einfach davon überzeugen, dass ihr Kind wirklich glücklich wird. Schließlich ist die Wahl des Ehepartners ein nicht unwesentlicher Faktor im Leben.

Eltern über die Verlobung informieren

Wenn Sie die Eltern über die Verlobung nicht einfach am Telefon informieren, sondern Ihnen einen Besuch abstatten möchten, dann tun Sie das zuerst bei den Brauteltern; Blumen für die künftige Schwiegermutter sind durchaus angebracht. Der nächste Besuch gilt dann den Eltern des Bräutigams. Diesmal kann die Braut Blumen oder eine sonstige Kleinigkeit für ihre künftige Schwiegermutter mitbringen.

Sie können natürlich auch beide Paare zusammen einladen, entweder zum Kaffee zu sich nach Hause oder in ein Restaurant und Ihnen die Neuigkeit verkünden. Bei der Gelegenheit können Sie auch schon erste Pläne bekanntgeben.

Das DU anzubieten, liegt übrigens bei den jeweiligen Schwiegereltern. Auf jeden Fall sollten sich die Elternpaare möglichst bald kennenlernen, falls Sie sich nicht schon längst kennen.

Verlobungsfeier

Verlobungsfeier Verlobung

© Rachwalski – Fotolia

Es gibt für die Verlobungsfeier keine vorgeschriebene Form. Alles was Sie schön finden, können sie auch umsetzten.

Die Größe der Feier hängt auch davon ab, wie gerne Sie feiern und ob die Hochzeit schon sehr bald oder vielleicht erst in einem oder zwei Jahren geplant ist. Planen Sie eine große Verlobungsfeier, dann sehen die Vorbereitungen nicht viel anders aus wie bei einer Hochzeitsfeier (z.B. was Einladungen, Essen, Gäste, etc. betrifft) und Sie können unter dem jeweiligen Thema nachschauen.

Zu Zweit

Natürlich können Sie die Verlobung auch ohne große Verlobungsparty nur zu Zweit feiern. Gönnen Sie sich z.B. einen Spontan-Urlaub oder ein Wellness-Wochendene.

Vielleicht möchten Sie auch einfach nur in ein ein schickes Restaurant gehen. Das bietet sich vor allem dann an, wenn Ihr Budget sehr klein ist und Sie das Geld für die große Hochzeitsfeier sparen möchten.

Familienfeier

Eine tolle Idee ist aber auch eine kleine, fröhliche Familienfeier, bei der sich die jeweiligen Eltern und Geschwister (und wer auch immer Ihnen noch wichtig ist) schon einmal besser oder überhaupt erst kennen lernen und natürlich auch das neue Familienmitglied in Augenschein nehmen können. Das geht zu Hause bei Kaffee und Kuchen oder bei Ihrem Lieblingsitaliener um die Ecke, ganz wie Sie wollen. Sie können auch ein Gartenfest veranstalten oder zum Brunch einladen. Traditionell fände die Verlobungsfeier im Hause der Brauteltern statt.

Eine schriftliche Einladung ist bei einer kleinen Verlobungsfeier nicht unbedingt nötig. Vergessen Sie während der Feier nicht, schöne und der Stimmung angemessene Musik im Hintergrund zu spielen.

Übrigens ist es auch nicht schlecht, schon ein paar Antworten bezüglich der Art und Größe der Hochzeitsfeier parat zu haben, wenn Sie Ihren Eltern, Verwandten und Freunden die Botschaft überbringen.

Überraschungsfeier

Vielleicht möchten Sie ja auch Ihre Familien und Freunde mit der Bekanntgabe der Verlobung überraschen. Dazu bieten sich vor allem typische Feste wie Geburtstage, Weihnachten, etc., an, denn dann müssen Sie sich für das Treffen keine Ausrede einfallen lassen.

Blumenschmuck und Deko zur Verlobungsfeier

Bei einer kleinen Verlobungsfeier ist kein großartiger Blumenschmuck notwendig. Aber es sieht natürlich schon schöner aus, wenn der Tisch festlich dekoriert ist, denn dann kommt gleich eine tolle Vorfreude auf die bevorstehende Hochzeit auf.

Sie könnten z.B. die Servietten zusammen rollen und bei den Plätzen für die Männer eine kleine schwarze Krawatte um die Serviette binden. Bei den Sitzplätzen für die Frauen könnten Sie stattdessen jeweils ein blaues Strumpfband verwenden. Oder Sie kaufen Rosenblätter und nutzen diese als Tischdeko. Ein großer Kerzenständer würde die Deko zur Verlobungsfeier perfekt abrunden.

Rechtliches zur Verlobung

Als Verlobte haben Sie das Recht, Eheverträge abzuschließen, ebenso Erb- und Erbverzichtsverträge. Sie treten allerdings erst mit der Eheschließung in Kraft. Vor dem Strafgesetz werden Verlobte als „Angehörige“ betrachtet, was bedeutet, dass Sie in Straf- und Zivilprozessen die Aussage verweigern können, wenn Sie damit den Verlobten belasten würden.

Güterrechtlich ändert sich durch die Verlobung nichts; was Ihnen vorher gehört hat, gehört Ihnen auch jetzt noch alleine. Pflicht zum Unterhalt entsteht auch nicht, allerdings eine Pflicht zu gegenseitiger Hilfe.
Kinder, die vor der Heirat geboren wurden, werden mit der Eheschließung automatisch ehelich.

Verlobung auflösen

Wenn´s doch schiefgeht…

Der Wille zur Eheschließung muss frei sein. Wenn es sich nun einer von beiden anders überlegt, kann er nicht zur Heirat gezwungen werden.

Im BGB heißt es: „Aus einem Verlöbnisse kann nicht auf Eingehung der Ehe geklagt werden. Das Versprechen einer Strafe für den Fall, dass die Eingehung der Ehe unterbleibt, ist nichtig.“

Wenn allerdings ein Partner grundlos die Verlobung löst, kann der andere und dessen Familie von ihm Schadensersatz fordern. Natürlich nur für die angemessenen Aufwendungen, die er oder seine Familie (in der Annahme, dass die Hochzeit stattfinden wird), geleistet hat.

Also könnten von ihm beispielsweise die Kosten für die Verlobungsfeier oder die Hochzeitskleidung, die schon im Schrank hängt, ebenso für Möbel, die für den gemeinsamen Hausstand angeschafft wurden, eingefordert werden. Auch der Schaden, der entstanden ist, weil der nun Verlassene beispielsweise den Job aufgegeben hat, um in die Stadt zu ziehen, in der der zukünftige Ehepartner wohnt, kann ersetzt werden müssen.

Löst aber einer die Verlobung aus wichtigem Grund, dann wird der andere schadensersatzpflichtig. Wichtige Gründe könnten sein: Untreue des Partners, Beschimpfungen, Verdächtigungen, Straftaten gegen den Partner, aber auch eine schwere Erkrankung oder ein ständiges Hinausschieben der Hochzeit.

Nach zwei Jahren verjähren die Ansprüche. Wenn beide am Scheitern nicht unschuldig sind oder sie sich einvernehmlich trennen, entstehen keine Ansprüche.

Jeder Verlobte kann jedoch (unabhängig von der Schuld vom anderen) das zurückverlangen, was er ihm aufgrund der Heiratsabsicht geschenkt hat, wobei es eigentlich darum geht, dass sich keiner ungerechtfertigt bereichert.

Das bedeutet z.B:
Das Himmelbett darf sie nun nicht behalten und das Auto vom Schwiegervater muss er nun auch zurückgeben. Anstandsgeschenke fallen nicht darunter – das heißt, Geschenke, die in einer Beziehung üblich sind (angemessene Geburtstags-/Weihnachtsgeschenke, etc.), sind nicht rückforderbar.

Ob diese Regelung sich auch auf die Herausgabe von Liebesbriefen oder Fotos bezieht, ist umstritten, wird aber von den meisten Gerichten so gehandhabt und können also zurückverlangt werden. Das alles ist in den §§ 1297 bis 1302 im BGB geregelt.